Depression

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Laut dem Informationsportal Neurologen und Psychiater im Netz leiden allein in Deutschland schätzungsweise 5% der Bevölkerung (das entspricht etwa 4 Millionen Menschen) aktuell an einer Depression. Pro Jahr kommen etwa 1-2% hinzu. Auch wenn diese als psychisch diagnostizierte Krankheit in jedem Lebensalter vorkommt, waren es bislang vor allem Menschen zwischen dem 30. und 40. Lebensjahr, die an diesem Zustand litten. Nach aktuellen Studien allerdings erkranken inzwischen immer mehr Patienten schon vor dem 30. Lebensjahr.

Unverstandenes Erinnern

Bei etwa 20% verläuft die Krankheit bipolar, also die depressive, abgelöst durch eine manische Störung. Störungen, die den affektiven zugerechnet werden, obwohl eine Zuordnung zu den Stimmungsstörungen präziser wäre, da nicht der Affektapparat, sondern die Grundgestimmtheit der Betroffenen beeinflusst ist.

Die Ursachen für dieses Krankheitsbild beschreibt die Apotheken-Umschau wie folgt:

"Depressionen haben in den meisten Fällen mehr als eine einzige Ursache. Körperliche und genetische Einflüsse treten mit psychischen und psychosozialen Auslösern in Wechselwirkung und verstärken sich gegenseitig. Aus der Komplexität dieses Zusammenspiels folgt, dass es weder die typische Depression, noch den typischen Depressiven gibt.

Körperliche Auslöser
Bei Depressionen ist der Hirnstoffwechsel aus dem Lot geraten. Die Botenstoffe Serotonin und / oder Noradrenalin liegen nicht mehr in der optimalen Konzentration vor. Sie dienen der Kommunikation zwischen den Nervenzellen, helfen uns zum Beispiel Sinneseindrücke zu verarbeiten. Ist das Gleichgewicht dieser Botenstoffe gestört, können die Impulse zwischen den Hirnzellen nicht mehr richtig übertragen werden. Das schlägt sich in den Gefühlen und Gedanken des Betroffenen nieder."

 

Als Therapieform wird folgendes beschrieben:

"Bei sehr leichten Verlaufsformen können unter Umständen Sport- und Bewegungstherapie, Entspannungsverfahren, regelmäßige hilfreiche Gespräche oder auch Antidepressiva oder pflanzliche Heilmittel helfen, wie spezielle, vom Arzt verordnete Johanniskrautextrakte. Dabei ist auf mögliche Nebenwirkungen, wie zum Beispiel besondere Lichtempfindlichkeit zu achten. Saisonale depressive Episoden – die in der dunklen Jahreszeit auftreten – sprechen eventuell auf eine Lichttherapie an."

 

Mit anderen Worten, der Zustand wird betäubt, durch Antidepressiva im Normalfall, oder die abgeschwächte und schonendere Variante, durch Einnahme von Johanniskrautextrakt. Eines der wenigen Kräuter, die Nebenwirkungen haben und nur in geringen Dosen eingenommen werden sollten. Ansonsten kann die Stimmung aufgeheitert werden, indem mit Sport oder anderer Zerstreuung das Gemüt beschäftigt wird. Mit hilfreichen Gesprächen ist eine Gesprächstherapie oder eine Psychotherapie gemeint. In ganz schweren Fällen bleibt nur die Einweisung in eine Psychiatrie oder psychosomatische Klinik.

Was all diese Aussagen vereint, ist, dass sie das Wesen von Krankheit und hier besonders der Depression nicht verstanden haben, obwohl das Wort selbst trefflich ausdrückt, was sich dahinter verbirgt. Die Depression ist die Umkehrform der Kompression. Und Kompression meint zusammendrücken oder noch besser unterdrücken. Es handelt sich also vor allem um unterdrückte Gefühle und Erlebnisse, meist frühkindliche, die sich den Raum verschaffen, den sie schon immer hätten haben müssen, aber nie haben durften. Sie deprimieren ins Bewusstsein, als nicht mehr zu leugnender Teil der emotionalen und mentalen Realität. Nicht umsonst fühlt sich die Person "deprimiert".

Und natürlich ist eine Depression in der Regel von körperlichen Symptomen begleitet. Der Körper ist das Sprachrohr der verletzten Seele, die selbst nicht sprechen kann, und transportiert ihre unausgedrückte Wahrheit ins Bewusstsein.

Es ist kein Zufall, dass von diesem Vorgang vor allem Menschen zwischen 30 und 40 Lebensjahren betroffen sind. Das ist die klassische Zeit der als midlife crisis bekannten Phase im Leben, in der üblicherweise das gesamte Lebensmodell zusammenbricht, sich die Augen vor der eigenen Wahrheit nicht mehr verschließen lassen und sowohl der Körper, als auch die Psyche heftig Alarm schlagen, dass es so nicht weitergeht. Nicht selten in der Konsequenz begleitet von Scheidung, schweren Zusammenbrüchen (von denen die Depression eine Form ist), Jobverlust und/oder schweren Unfällen.

Dass das Lebensalter dieser Zusammenbruchphase immer jünger wird, lässt sich einfach darauf zurückführen, dass die Menschen immer früher erlebt, immer exzessiver konsumiert haben und am Ziel sein wollen. Dabei konsumieren sie sich gegenseitig und stülpen sich dabei oft die eigene Bedürftigkeit über, erwarten vom jeweils anderen, er solle sie endlich glücklich machen.

Ein Konzept, das mit absoluter Regelmäßigkeit auf ganzer Linie scheitert.

Ist dann nicht mehr zu leugnen, dass die oft viel zu früh eingegangene Ehe nicht mehr zu retten ist, weil sie es im Grunde nie war, oder die dritte Ehe bereits gescheitert, die gezeugten Kinder bereits psychisch sehr auffällig sind - vielleicht mit einer ADHS-Diagnose und bereits auf Ritalin - bleibt nichts übrig, als dem Scheitern ins Auge zu sehen.

Das sind meist die Szenarien, in denen dann die alten, gespeicherten Empfindungen, die tatsächlich die Ursache für genau diese Umstände sind, aufsteigen und sich nicht mehr zurückhalten lassen. Genau dieser Umstand wird als Depression bezeichnet. Ihn weiter unterdrücken und manipulieren zu wollen, ist auf ganzer Linie kontraproduktiv.

Natürlich lässt sich auch auf organischer Ebene eine Veränderung feststellen. Der beschriebene, veränderte Hirnstoffwechsel tritt zutage, weil der Körper dem Betroffenen helfen möchte, indem er ihm den Zustand, den er so lange erfolgreich verdrängt und unterdrückt hat, sichtbar macht, so dass die Person nicht mehr wegsehen kann.

Das Beste, was ein depressiver Mensch machen kann, ist stehenzubleiben, den zugegebenermaßen unangenehmen Zustand anzunehmen und sich die Gefühle sowie Erfahrungen anzusehen, die gesehen und gefühlt werden wollen. Ein Medium ist die Psychotherapie oder Begleitung durch einen guten Coach.

Was ganz sicher nicht ratsam ist: Antidepressiva oder Johanniskrautextrakt.

 

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