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Die in unseren Breitengraden vor allem als Maggikraut bekannte Pflanze, die in der neutraditionellen, deutschen Küche fast zum Standardrepertoire gehört, wirkt wohltuend auf den Organismus und enthält viele wertvolle Inhaltsstoffe.

 

Botanischer Name:

Levisticum Officinalis

 

Weitere Namen:

  • Maggikraut
  • Maggipflanze
  • Selleriekraut
  • Badkraut
  • Gebärmutterkraut
  • Gichtwurz
  • Leberstockwurzel
  • Nervenkraut
  • Sauerkrautwurz
  • Suppenlaub

 

Liebstöckel stammt vermutlich aus Vorderasien oder dem alten Persien. Die genaue Herkunft ist ungewiss. Es gibt diverse Indizien, dass der Pflanze bereits in der Antike große Bedeutung beigemessen wurde. Sie wird in den alten Kräuterschriften Materia Medica aus dem ersten und dem Liber de cultura hortum aus dem achten Jahrhundert nach Christus als Würz- und Heilkraut aufgeführt. In diesen Tagen galt sie auch als Liebespflanze. So meinte etwa der griechische Arzt Dioskurides, dass der Liebstöckel zu unkeuschen Gelüsten verhelfe. Hildegard von Bingen empfahl die Pflanze im Mittelalter als Heilmittel bei Lungenschmerzen und Wassersucht. Ihr innen hohler Stängel wurde in dieser Zeit auch gerne als Strohhalm benutzt. In unseren Breitengraden wächst Liebstöckel so gut wie nicht wild, sondern ist vor allem kultiviert anzutreffen.

Liebstöckel zählt zur Gattung Levisticum und deutet damit auf seine harntreibenden Eigenschaften hin, da das Wort vom lateinischen levare abgeleitet ist. Er ist ein Doldenblütler, mit einem wurmartig gewundenen, verhältnismäßig dicken Wurzelstock. Der Stängel ragt aufrecht in die Höhe und wird bis zu zwei Meter hoch. Am unteren Teil des Stängels wachsen Laubblätter, die sehr ausufernde Dimensionen erreichen können. Die blassgelben bis gelbgrünen, doppeldoldigen Blüten sind eher unscheinbar und entwickeln sich an den Zweigen.

Verwendet werden vor allem die Blätter in Suppen und Kohleintöpfen. Dort sorgen sie für ein sehr angenehmes, würziges Aroma. Aber auch in einer Pesto - Bärlauch oder Basilikum beispielsweise - macht der Liebstöckel eine gute Figur. Auch bei Hülsenfrüchten verhilft der intensive Geschmack zu einem anderen kulinarischen Erleben.

Die Ernte sollte vor allem kurz vor der Blüte erfolgen, da dann die Konzentration der ätherischen Öle in den Blättern am höchsten ist. Besonders die jungen Blätter sind dann geschmacklich intensiv und haben am meisten Heilwirkung. Die Freilandaussaat erfolgt im Frühling. In der Wohnung kann bereits im Februar vorgezüchtet werden. Die Pflanze mag sonnige bis halbschattige Standorte und nährstoffreichen, kalkhaltigen Boden. Sie muss regelmäßig bewässert werden, verträgt aber keine Staunässe. Liebstöckel ist winterhart und mehrjährig. Die Blätter verwelken im Herbst und treiben im Frühling erneut aus. Da sie sehr hoch wachsen kann, empfiehlt sich, sie mit einem Stab zu stützen. Schneidet man die Blüten zurück, können die Blätter in der gesamten Vegetationsperiode geerntet werden. Die Blütezeit ist von Juli bis September.

  • Abmagerung
  • Appetitlosigkeit
  • Blasenentzündungen und -steine
  • Blähungen
  • Gicht
  • Halsschmerzen
  • Husten
  • Magenbeschwerden
  • Mangelnde Magensäure
  • Menstruationsfördernd
  • Nervosität
  • Nierenentzündungen und -steine
  • Verstopfung
  • Wassersucht
  • Wehenfördernd

Liebstöckeltee

Ein bis zwei Teelöffel klein geschnittene Wurzel mit einem viertel Liter kochendem Wasser aufgießen und mindestens zehn Minuten ziehen lassen. Empfohlen werden drei Portionen täglich. Wirkt harntreibend.

Likörwein

Fünfzig Gramm der kleingeschnittenen Wurzel in Likörwein ansetzen und mindestens zehn Tage ziehen lassen. Nach dieser Zeit abseien und vor den Mahlzeiten ein kleines Glas davon trinken. Wirkt sehr verdauungsfördernd.

 

Hinweis

Da der Liebstöckel auch menstruations- und wehenfördernd wirkt, sollte seine Anwendung innerhalb der Schwangerschaft sehr gezielt erfolgen, um unerwünschte Effekte zu vermeiden.

 

 

Nährstoffe

Inhaltsstoff Enthalten mg pro 100 g Empfohlener Tagesbedarf in mg
Kilo Joule 177 12000
Kilo Kalorien 42 2868
Wasser 86450 2500000
Eiweiß 3500 30000
Fett 800 85000
Kohlenhydrate 5000 n/a
Ballaststoffe 3000 35000
Inhaltsstoff Enthalten mg pro 100 g Empfohlener Tagesbedarf in mg
Folsäure 0,03 0,4
Vitamin A 0,667 1,1
Vitamin B1 0,08 1,3
Vitamin B2 0,15 1,5
Vitamin B6 0,05 1,5
Vitamin C 45 100
Vitamin E 1,0 13
Vitamin K 0,3 0,07
Inhaltsstoff Enthalten mg pro 100 g Empfohlener Tagesbedarf in mg
Calcium 150 1200
Chlorid 70 6000 (zusammen mit Natrium)
Eisen 2,0 13
Iodid 0,004 0,2
Kalium 400 550
Kupfer 0,12 1,5
Magnesium 30 350
Mangan 0,5 3,5
Natrium 20 6000 (zusammen mit Chlorid)
Phosphor 50 700
Schwefel 80 830
Zink 1,2 10
Inhaltsstoff Enthalten mg pro 100 g Empfohlener Tagesbedarf in mg
Arginin 140 n/a
Histidin 53 n/a
Isoleucin 140 1400
Leucin 210 2200
Lysin 175 1600
Methionin 24 2200
Phenylalanin 105 2200
Threonin 123 1000
Tryptophan 35 500
Tyrosin 70 2400
Valin 140 1600
Inhaltsstoff Enthalten mg pro 100 g Empfohlener Tagesbedarf in mg
Linolensäure 450 n/a
Linolsäure 640 n/a
Ölsäure 40 n/a
Palmitinsäure 150 n/a
Inhaltsstoff Enthalten mg pro 100 g Empfohlener Tagesbedarf in mg
Purine 5 n/a