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Thymian ist besonders in der mediterranen Küche ein beliebtes Würzkraut, nicht zuletzt als charakteristische Note für Tomaten-Sugo. Als Heilkraut hat es ebenfalls sehr viel zu bieten und ist fester Bestandteil der Naturheilkunde.

 

Botanischer Name:

Thymus Vulgaris

 

Weitere Namen:

  • Bienenkraut
  • Chölm
  • Demut
  • Duftholz
  • Feldkümmel
  • Feld- oder Gartenthymian
  • Gundel
  • Quendel

 

Seit über viertausend Jahren ist der Thymian als Gewürz- und Heilkraut bekannt und wird als solches eingesetzt. Schon zu Zeiten der Pharaonen wurde aus Thymian ein feines Parfüm zur Einbalsamierung der Toten hergestellt. Der Name ist von dem altgriechischen Wort "Thymos" abgeleitet, das so viel wie "Mut" oder "Kraft" bedeutet. Bereits Plinius der Ältere (24 - 79 n. Chr.) beschrieb das Kraut und seine heilende Wirkung. Die Pflanze wurde lange vor unserer Zeitrechnung in Südeuropa bekannt und geschätzt, kam aber - wie so viele Kräuter - erst durch die Benediktiner-Mönche über die Alpen in unsere Gefilde. Auch Hildegard von Bingen und Albert Magnus lobten bereits die Heilkraft der Pflanze. Nicht zuletzt wurde Thymian als Arzneipflanze des Jahres 2006 gekürt.

Die Pflanze gehört zur Gattung Lamiaceae (Lippenblütengewächse). Charakteristisch für den echten Thymian ist sein ausdauernder, stark verzweigter Wuchs, mit einer Höhe von bis zu fünfzig Zentimetern. Die niederliegenden oder aufsteigenden Zweige sind vierkantig, verholzt und von kurzen Härchen bedeckt. Die kreuzgegenständigen, elliptisch geformten Blätter sind kurz gestielt und sitzend. Ihre Oberseite ist graugrün, während die Unterseite grauweiß und filzig behaart sowie der Rand zurückgerollt wächst. Die kleinen Blüten sind in Scheinquirlen angeordnet und befinden sich in zylindrischen Köpfen an den Zweigenden. Ihre fünf Kronenblätter sind weiß oder zart rosa gefärbt und verwachsen zu einer zweilippigen Krone. Die Früchte sind Nüsschen in Kugelform.

Thymian ist einer der Klassiker der mediterranen Küche und gibt jeder Tomaten- oder anderen Pasta-Saucen dieses unverwechselbare Aroma. Er macht sich hervorragend zu gedünstetem oder gebratenem Gemüse, in Hülsenfruchteintöpfen, wird aber auch gerne zur Fleisch- und Fischzubereitung verwendet. Er wird üblicherweise als ganzer Zweig mitgekocht, da Hitze seinen Inhaltsstoffen nicht viel anhaben kann und vor dem Servieren entfernt. Die Blätter werden klein gehackt auch gerne in Tomatensaucen mitgekocht und -gegessen. Der getrocknete Thymian hat eine bis zu dreifach höhere Würzkraft als der frische.

Thymian wird Ende April, Anfang Mai gesät. Er verträgt keinen Frost. Im Zweifel sollten also die Eisheiligen abgewartet werden, bevor er ausgesät wird. Bei der Anzucht sollte darauf geachtet werden, dass die Erde nicht völlig austrocknet. Sobald die Sprösslinge gut eingewurzelt sind, ist die Pflanze sehr pflegeleicht. Sie muss weder gedüngt noch übermäßig gegossen werden. Hin und wieder etwas Wasser reicht ihr völlig. Der immergrüne Thymian kann im Grunde immer geerntet werden. Die Ernte von Triebspitzen und ganzen Zweigen dient sogar der Verjüngung. Das Kraut wächst dann buschiger und verzweigt sich mehr. Zur Konservierung und Trocknung ist die Zeit kurz vor der Blüte die beste, vorzugsweise an einem warmen, sonnigen Tag, wenn der Gehalt der ätherischen Öle am höchsten ist.

  • Abschwellend
  • Antibakteriell
  • Beruhigend
  • Blutstillend
  • Desinfizierend
  • Entzündungshemmend
  • Geburtserleichternd
  • Hautreinigend und bei Akne
  • Husten
  • Krampflösend
  • Linderung bei eiternden Wunden
  • Menstruationsfördernd
  • Pilztötend
  • Rheuma
  • Schleimlösend
  • Schmerzstillend
  • Schweißtreibend
  • Tonisierend

 

Hinweis

Während der Schwangerschaft und Stillzeit wird die Anwendung nur nach Beratung mit einem Arzt oder Heilpraktiker empfohlen. Bei Birkenpollen- oder Sellerieallergie sollte von einer Anwendung ganz abgesehen werden. Eine Langzeitanwendung kann sich auf die Schilddrüsenfunktion auswirken.

Badezusatz

1/2 kg Blätter mit vier Liter Wasser aufkochen, 15 bis 20 Minuten köcheln lassen, abseihen und dem heißen Badewasser eine Vollbades hinzugeben.

Gurgelwasser

2 el Blätter mit einem viertel Liter heißem Wasser übergießen und nach zehn minütigem Ziehen abseien. Morgens uns abends damit gurgeln.

Tee

1-2 tl Blätter mit einem viertel Liter heißem Wasser übergießen und nach zehn minütigem Ziehen abseihen. Mehrmals täglich eine Tasse in kleinen Schlucken trinken.

 

 

 

Nährstoffe

Inhaltsstoff Enthalten mg pro 100 g Empfohlener Tagesbedarf in mg
Kilo Joule 195 12000
Kilo Kalorien 47 2868
Wasser 85000 2500000
Eiweiß 1480 30000
Fett 1200 85000
Kohlenhydrate 7350 n/a
Ballaststoffe 3020 35000
Inhaltsstoff Enthalten mg pro 100 g Empfohlener Tagesbedarf in mg
Folsäure n/a 0,4
Vitamin A 0,062 1,1
Vitamin B1 0,083 1,3
Vitamin B2 0,065 1,5
Vitamin B6 n/a 1,5
Vitamin C n/a 100
Vitamin E n/a 13
Vitamin K n/a 0,07
Inhaltsstoff Enthalten mg pro 100 g Empfohlener Tagesbedarf in mg
Calcium 307 1200
Chlorid 32 6000 (zusammen mit Natrium)
Eisen 20,05 13
Iodid 0,001 0,2
Kalium 131 550
Kupfer 0,139 1,5
Magnesium 36 350
Mangan 1,233 3,5
Natrium 9 6000 (zusammen mit Chlorid)
Phosphor 32 700
Schwefel 16 830
Zink 0,1 10
Inhaltsstoff Enthalten mg pro 100 g Empfohlener Tagesbedarf in mg
Arginin 59 n/a
Histidin 22 n/a
Isoleucin 59 1400
Leucin 89 2200
Lysin 74 1600
Methionin 18 2200
Phenylalanin 44 2200
Threonin 52 1000
Tryptophan 39 500
Tyrosin 15 2400
Valin 59 1600
Inhaltsstoff Enthalten mg pro 100 g Empfohlener Tagesbedarf in mg
Linolensäure 260 n/a
Linolsäure 880 n/a
Ölsäure 100 n/a
Palmitinsäure 600 n/a
Inhaltsstoff Enthalten mg pro 100 g Empfohlener Tagesbedarf in mg
Purine 7 n/a